13 Patriarchen, Bischöfe und
Ordensleute haben am Donnerstag in Jerusalem eine Erklärung
veröffentlicht: Die Geburtsstadt Jesu ist derzeit ein grosses
Gefängnis
Jerusalem (kath.net/RNA)
Führende Vertreter christlicher Kirchen im Heiligen Land haben an
die Welt appelliert, zu Weihnachten den Blick auf Bethlehem zu
richten. Die Geburtsstadt Jesu sei derzeit ein grosses Gefängnis,
beklagen die 13 Patriarchen, Bischöfe und Ordensleute in einer am
Donnerstag in Jerusalem veröffentlichten Erklärung. Wegen der
Härte der Lage durch die Trennungsmauer, die Sperranlagen am
Ortseingang und die Konfiszierung ihres Landes hätten bereits
viele christliche Familien Bethlehem verlassen müssen.
Gleichwohl sehen die Kirchenvertreter auch Zeichen der Hoffnung.
Als Beispiele nennen sie israelische Versprechungen auf baldige
Freilassung politischer Häftlinge sowie die erneuerten
Anstrengungen um die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen.
Derzeit seien allerdings Gerechtigkeit und Frieden noch weit
entfernt. Die gelebte Realität sei nach wie vor geprägt von
Arbeitslosigkeit, Armut, Blutvergiessen, Verzweiflung und
Hoffnungslosigkeit.
Die Repräsentanten der Kirchen im Heiligen Land danken den
Christen weltweit für ihre Solidarität, ihre Gebete und die
allmähliche, langsame Rückkehr von Pilgern. Es bleibe jedoch auch
weiterhin eine Verpflichtung aller Christen, den
Versöhnungsprozess zwischen Israelis und Palästinensern nach
Kräften und gemeinsam voranzutreiben. Dabei benötige besonders
Bethlehem internationale Unterstützung.
Unterzeichnet ist die Erklärung von den höchsten Vertretern
fast aller christlichen Kirchen im Heiligen Land. Dazu gehören der
römisch-katholische, der griechisch-orthodoxe und der armenische
Patriarch von Jerusalem, der Kustos der Franziskaner im Heiligen
Land sowie neun weitere Erzbischöfe und Bischöfe.