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Jerusalem, 11.4.06 (KAP) Der lateinische Patriarch von Jerusalem,
Michel Sabbah, hat vor offener Anarchie in den
Palästinensergebieten
gewarnt. Es gebe Gruppen in der palästinensischen Gesellschaft,
"die
das Gesetz in die Hand nehmen", sagte der Patriarch bei der
Vorstellung seiner Osterbotschaft am Dienstag vor Journalisten in
Jerusalem. Dabei handle es sich um Muslime, die sowohl andere
Muslime
als auch Christen unterdrücken.
Der Patriarch warf Israel eine Verletzung seiner Schutzpflicht
für
die palästinensische Bevölkerung vor. Die Israelis böten "nur
ihren
eigenen Menschen Schutz, nicht aber anderen". Damit trügen sie
Schuld
an den Problemen der Christen in den Palästinensergebieten; diese
Probleme seien letztlich auf mangelnde staatliche Autorität
zurückzuführen.
Ausdrücklich sprach sich der Patriarch gegen einen Boykott der
neuen
"Hamas"-Regierung aus. Einen solchen Boykott könne "niemand
akzeptieren, der für Menschenrechte spricht". Es sei der Wunsch
der
internationalen Gemeinschaft, dass die palästinensische
Autonomieregierung eine wirksame Herrschaft über die
palästinensische
Gesellschaft haben sollte, so Sabbah. Die "Hamas" sei vom Volk
gewählt worden.
Einreisegenehmigungen für Christen abschaffen
Der Patriarch bedankte sich zugleich, dass Israel "hunderte und
vielleicht sogar tausende" Genehmigungen für palästinensische
Christen erteilt habe, in der Osterzeit zum Gebet nach Jerusalem
kommen zu dürfen. Allerdings seien auch viele Anträge abgelehnt
worden. Letztlich erwarte er, dass keine Genehmigungen für
Christen
mehr notwendig seien, um in Jerusalem zu beten.
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