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Nakba - »Tag der Katastrophe«

May 15, 2006

Der 15. Mai ist für die Palästinenser der Tag der Katastrophe und der Vertreibung (arabisch: Nakba).

Am 14. Mai 1948 - ein Tag vor Ablauf des britischen Mandats - rief der aus Polen eingewanderte und später erste israelische Ministerpräsident David Ben Gurion den unabhängigen Staat Israel aus. Diese war der Beginn der Vertreibung von Zehntau¬senden palästinensischen Familien aus ihren Städten und Dörfern, der Beginn von Zwangsenteignungen und Deportation der palästinensi¬schen Bevölke¬rung.
Terroristische Angriffe gegen die arabische Zivilbevölkerung trugen wesentlich dazu bei, dass Hunderttausende das umkämpfte Gebiet verließen. Die zionistischen Gruppen waren nicht zimperlich. Insgesamt 418 palästinensische Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht. Das Kommando führten seinerzeit Mosche Dayan und Yitzhak Rabin, die später in Israel höchste Staatsämter bekleideten. Während des Krieges wurden mehr als 800.000 Palästinenser aus ihren Dörfern und Städten vertrieben oder flüchteten. Die UN-Organisation UNRWA zählte 1959 in den Lagern in Syrien, Libanon, Jordanien und Ägypten 914.000 palästinensische Flüchtlinge. Die Zahl der Flüchtlinge, die in erbärmlichen Bedingungen leben und auf ihre Rückkehr warten, ist inzwischen auf über vier Millionen.
Schon vor dieser Zeit führten die zionistischen Terrorgruppen, die von den britischen Mandatsbehörden trainiert, bewaffnet und unterstützt wurden, eine Serie brutaler Angriffe gegen unbewaffnete Palästinenser durch, so zum Beispiel das Massaker von Deir-Jassin am 8. April 1948 bei dem alle Einwohner - Männer, Frauen und Kinder - auf brutalste Weise umgebracht wurden. Etzel-Führer Menachem Begin, später israelischer Ministerpräsident, war an der Aktion persönlich beteiligt. Das Massaker von Deir-Jassin verstärkte die Fluchtbewegung der Palästinenser. Hunderttausende wurden zu Flüchtlin¬gen. Bis heute ist ihnen die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt.
Die Vereinten Nationen for¬der¬ten bereits am 11.12.1948 Israel auf das Rückkehrrecht der pa¬lä¬sti¬nensischen Flüchtlinge anzuerkennen und Reparationszahlungen für das erlittene Leid zu leisten (Resolution 194). Die UN-Forderung blieb uner¬füllt.
Der neu gegründete Zionistenstaat wurde bereits am 11. Mai 1949, also ein Jahr nach seiner Gründung, in die UNO aufgenommen; damit war das Schicksal der Palästi¬nenser besiegelt. Wäh¬rend der letzten 58 Jahre wurden viele Nahost-Kriege durch die Israelis ange¬zettelt, aus denen Israel mit amerikanischer und europäischer Unterstützung als Sieger hervorging; so konnte die israelische Kriegs¬maschinerie 1967 den Rest Palästinas (Westbank und Gazastreifen) besetzen.
Sämtliche bis zum heutigen Tag be¬schlossenen UNO-Resolutionen wurden von den Israelis ignoriert und alle mit den Palästinensern abgeschlossenen Verträge gebrochen, als Beispiel dazu sind die Osloer-Verträge zu nennen.
Die Okkupation ihrer Heimat und die brutale und blutige Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung haben dazu geführt, den Widerstand der Palästinenser gegen ihre Besatzer zu beginnen (Intifada), wodurch die Angriffe der Israelis noch brutaler wurden.
Die ganze Welt schaut dabei zu, wie die schlimmsten Bilder der Unterdrückung und Ermordung von Zivilisten in den palästinensischen Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern über die Bildschirme flackern. Die zivilisierte Welt scheint wie gelähmt.
Derzeit baut Israel in der besetzten Westbank eine Trennmauer mit verheerenden Folgen für die palästinensische Bevölkerung: Im Schnitt acht Meter hoch, mindestens 650 km lang und zwischen 30-150 Meter breit soll die gigantische Mauer werden, die die israelische Regierung errichtet. Das größtenteils aus Beton bestehende Monstrum verläuft nicht entlang der Grünen Linie - der Waffenstillstandslinie von 1949 -, sondern schneidet an vielen Stellen tief in die West Bank hinein, die palästinensischen Einwohner werden somit auf nur noch zwölf Prozent ihres historischen Landes eingesperrt. Auf diese Weise liegen illegale jüdische Siedlungen plötzlich auf der 1948-besetzten Seite. Palästinenser sind vom Rest der West Bank bzw. von ihren landwirtschaftlichen Flächen, Wasserquellen und lebensnotwendiger Infrastruktur abgeschnitten. Am 12. Mai 2002 hat die Likud-Partei von Ariel Scharon auf ihrem Parteikongress die Entstehung eines unabhängigen palästinensischen Staates ausgeschlossen! Die von dem Kriegsverbrecher Scharon neu gegründete Partei Kadima wurde am 28. März 2006 als stärkste Partei im israelischen Parlament gewählt. Mit einer ablehnenden Haltung zeigt sie als Regierungspartei ihr wahres Gesicht - sie ist an einem Frieden nicht interessiert. Die Weltgemeinschaft scheint wieder wie gelähmt und gratuliert sogar die gewählte Regierung! Als die Palästinenser dagegen den Wechsel der Regierungspartei am 25. Januar 2006 gewählt hatten, wurden sie von der internationalen Gemeinschaft unter wirtschaftlichen Sanktionen und politischer Isolierung gestellt. Dies stellt ein harter Schlag von der westlichen Welt gegen die angestrebte Demokratie in der ganzen Nahostregion dar.
Die internationale Gemeinschaft kann nicht - wie es im Jahr der Nakba geschah - weiterhin die Augen vor den Untaten in Palästina verschließen. Die israelische Aggression fährt immer noch damit fort, die palästinensische Gesellschaft zu zerstören und abzuriegeln, zu morden und Attentate zu verüben mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kriegsausrüstungen gegen ein unbewaffnetes Volk, das seine bedrohte Existenz, die verbliebenen Trümmern seiner Häuser und Bäume verteidigt. Diese werden mehr und mehr von israelischen Bulldozern entwurzelt.
Die Internationale Gemeinschaft muss sich endlich mit den Ursachen des Nahostkonflikts befassen und nicht nur mit dessen Symptomen. Ziel der angestrebten Friedensverhandlungen muss die Schaffung eines palästinensischen Staates sein, in dem die palästinensische Bevölkerung eine Lebensperspektive hat. Die demokratische Wahl des palästinensischen Volkes muss respektiert und nicht durch wirtschaftliche Sanktionen abgestraft werden.

Von der Internationalen Staatengemeinschaft fordern wir:

- die wirtschaftlichen Sanktionen gegen die gewählte palästinensische Regierung aufzuheben und sie stattdessen auf die israelische Regierung zu verhängen, solange die völkerrechtswidrige Besatzung der palästinensischen Gebiete andauert,
- den Fall der Apartheidmauer in Palästina - entsprechend dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag -,
- die Freilassung der inzwischen ca. 8000 palästinensischen Gefangenen,
- das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge anzuerkennen und zu unterstützen,
- einen lebensfähigen palästinensischen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen,
- darauf zu dringen, dass die UNO-Resolutionen durchgesetzt werden und Israel sich endlich völkerrechtskonform verhält,
- die Waffenlieferungen an Israel sofort einzustellen.

Angesichts der humanitären Notlage in den besetzten palästinensischen Gebieten, bitten wir um humanitäre Hilfe an die leidende Bevölkerung auf das von der Arabischen Liga zu diesem Zweck eingerichtete Sonderkonto:
Kontobezeichnung: Humanitarian assistance for Palestinian people
Kontonummer:         267 634 401
Bankleitzahl:            100 400 00 bei der Commerzbank

Palästinensischer Studentenverein (PSV)
Verein der palästinensischen Ingenieure (VPI) e.V.
Palästinensische Gemeinde Münster
Palästinensische Ärzte und Apothekervereinigung e.V.
Palästinensische Gemeinde Dortmund
Palästinensische Gemeinde – Berlin
Palästinensische Gemeinde in Bremen und Umland e.V.
Palästinensische Gemeinde Wuppertal
Palästinensische Gemeinde in Hannover e.V.
Palästinensische Gemeinde Koblenz
Palästinensische Gemeinde Darmstadt e.V.
Palästinensische Gemeinde in Stuttgart e.V.
Palästinensische Gemeinde Hessen – Frankfurt e.V.
Palästinensische Gemeinde München e.V.
Palästinensische Gemeinde Mannheim e.V.

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